Schon zum zweiten Mal (nach Peking 2001) habe ich mich für die Universiade qualifiziert. Irgendwie war´s ein Trostpflaster für die verpasste WM-Norm, von der ich dieses Jahr mal wieder etwas weiter weg war...
Nach 3(!) Flügen und ungefähr 20 Stunden Reise sind wir im Athletendorf in Daegu angekommen. Das Athletendorf bestand aus mehreren neugebauten Hochhäusern wo wir jeweils mit 7 Athleten ein Appartement hatten. Das Wort Appartement ist vielleicht das falsche, ich meine es war schon groß, nur die einzigsten Möbel waren die Betten, für jeden ein Stuhl und ein großer Tisch im Aufenthaltsraum. Keine Schränke und nichts.
Die Organisation war ein wenig chaotisch ? soll heißen, die Shuttlebusse zum Training fuhren...oder aber auch nicht. Zumal wir eine knappe Stunde bis zum Trainingsstadion für die Werfer fahren mussten. An sich waren dir Trainingsbedingungen nicht schlecht ? nur die Geräte waren für koreanische Größenverhältnisse ausgelegt, sprich für so Erdnuckel mit 1,60m Körpergröße...das war dann schon manchmal ein wenig kompliziert und führte zu blauen Flecken und eingeklemmten Fingern.
Das was ich aber da von der koreanischen Sportförderung mitbekommen habe, fand ich gar nicht so schlecht ? die hatten ganze Schulen in Spezialschulen umgewandelt. Allerdings nicht nach einzelnen Sportarten sondern nach einzelnen Disziplinen. Soll heißen: in ?unserer? Schule waren Werfer, Judokas, Taekwondo-Kämpfer und Radsportler. Das hat den Vorteil, dass man die Trainings- und Schulbedingungen optimal auf die Spezifik der Disziplinen abstimmen kann. Soviel zu Thema Zentralisierung ? das Thema war ja beim DLV in Paris auch mal wieder im Gespräch...?
Die Wettkampforganisation war auch ganz witzig ? irgendwie wollten die keine Qualis machen ? erst ab 22 Startern. Das hatte zur Folge, dass wir in unserem Wettkampf mit 20 Athleten einen zweistündigen Wettkampf im Regen lieferten. So richtig flexibel sind die Koreaner nicht wirklich.
Am Ende war ich dann Vierter mit 19,22m ? war ja gar nicht so schlecht. Gewonnen hat Andrei Mikhnevich, der auch schon eine Woche zuvor in Paris gewonnen hat und 3 Wochen zuvor aus seiner zweijährigen Wettkampfpause zurückgekommen war...und bei der Kontrolle nach dem Wettkampf in Daegu statt mit dem Kontrolleur mit seinem Trainer auf die Toilette ging...was soll´s...
Alles andere um diesen Wettkampf herum war sehr gut ? die Eröffnungs- und Abschlussfeier haben mich sehr beeindruckt. Nur im Athletendorf war es ab und zu mal langweilig ? da kommt man halt auch mal auf die Idee die leeren Wasserflaschen und Dosen an der Wand zu stapeln ? und das über die kompletten 14 Tage lang. Die Bierpyramide ist allerdings nicht über eine Palette hinausgekommen ? ehrlich!!!
Wenn ich dann nächste mal über einen Event wie diesen schreibe, dann hoffentlich über eine WM oder als nächstes über die Olympischen Spiele in Athen...
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