Unser Wettkampfeinstieg in die Hallensaison waren die Landesmeisterschaften am 22. Januar in Chemnitz. Wir beide haben das aus relativ vollem Training gemacht und wollten eigentlich nur mal sehen, was so geht. Es ging ganz ordentlich, zumindest bei der Erwärmung und bei Peter auch im Wettkampf. Peter wurde Landesmeister mit 19,88m. Er hat sich damit erst mal die EM-Norm geholt. Ich wurde Zweiter mit 18,86m - bei mir war auch die EM-Norm drin...ja war, bis zum Wettkampfbeginn - aber es gibt ja noch genug Chancen um nach Madrid zu kommen.
Zwei weitere Höhepunkte der Hallensaison standen am letzten Wochenende an. Der erste war das Energie - Indoor in Nordhausen. Das fand nun mittlerweile zum fünften Mal statt und wird von Jahr zu Jahr größer. Dieses Jahr waren 2 Medaillengewinner von Athen dabei: Yuri Bilonog (UKR), der Olympiasieger und Joachim Olsen (DEN), der Olympiadritte mit seinem Trainingspartner Simon Stewart (USA). Das sollte eigentlich ein interessanter Wettkampf werden.
Der erste Höhpunkt des Tages war dann aber schon bei den Frauen. Petra Lammert aus Stuttgart gewann den Wettkampf mit absolut starken 18,65m vor Kleini und Astrid. Damit hatten viele nicht gerechnet. Ich hatte mir einiges vorgenommen, da die Hallen-EM - Norm nur 19,30m ist und ich die eigentlich auch problemlos draufhabe. Am letzten Wochenende hat es ja schon bei den Landesmeisterschaften schon nicht geklappt, deshalb wollte ich zumindest die Norm diese Mal klar machen. Das Einsto?en war dann auch recht vielversprechend - nur der Wettkampf ging dann schön daneben. Ich habe mich ziemlich schwer getan vor den ca. 1200 Zuschauern meine Leistung abzurufen und habe dann zwar relativ konstant
um 18,70m gestoßen und am Ende eine Bestweite von 18,89m gehabt - das war aber weit unter meinen Erwartungen. Peter war auch nicht zufrieden - er hatte 19,34m gestoßen und blieb damit auch unter seinen Möglichkeiten. Bei der Erwärmung hat auch er sein eigentliches Potential gezeigt - nur leider nützt sowas uns beiden nichts...
Der absolute Wettkampfhöhepunkt war die Weite von Joachim Olsen, der den Wettkampf mit 21,16m gewann - was zu diesem Zeitpunkt Jahresweltbestleistung bedeutete. Andy Dittmar wurde Zweiter mit 20,34m und insgesamt 3 Stößen über 20m. Ein weiteres Highlight war unserer "Stammsprecher" Hardy Gnewuch - der hatte die Zuschauer ganz gut im Griff und hat ungefähr 3 Stunden ohne Luft zu holen gesprochen. Kommentar von Gunnar Pfingsten, der es als Medizin-Student wissen sollte: "Der ist doch auf Speed." War schon gut. Abends haben wir dann unseren Frust an der Hotelbar zusammen mit einigen ehemaligen Kugelsto?ern (tja Buder - auch du bist alt) in einem kleinen Glas Jägermeister (und später als der Jägermeister alle war, mit Schierker Feuerstein)
runtergespült und uns gewissenhaft auf den nächsten Tag in Sondershausen vorbereitet...
Der Wettkampf im Sondershausener Schacht fand dieses Jahr zum Glück wieder statt, nachdem sich Andy Dittmar und Uwe Schönau
gedreht hatten und ein kleines Budget zusammen bekommen haben. Zum Glück, weil der Wettkampf schon was besonderes ist. 700m unter Tage in einem Salzbergwerk bei ca. 35? Temperatur und ein Haufen Salz in der Luft (und mit 80km/h durch den Stollen rasen). Der Wettkampf lief für mich dann doch recht gut - ich wurde Dritter mit 19,11m - naja, bisher zumindest bei jedem
Wettkampf gesteigert. Peter kam mit dem Ring nicht so klar, da der durch das Salz dann doch sauglatt war. Er war am Ende so sauer, ich glaube, er wollte nach dem Wettkampf einen neuen Stollen ohne Werkzeug in den Schacht hauen. Nach dem Wettkampf haben wir dann noch eine kleine Rundfahrt durch den Stollen gemacht und uns die Konzerthalle und die Kegelbahn angesehen, die da unten drin sind - absolut genial. Als wir dann oben waren, kam der anstrengende Teil des Tages...
Uwe Schönau (der Chef vom Schlossrestaurant in Sondershausen und Riesenkugelstoßfan) hat uns zum Essen eingeladen. Wir hatten ganz schön zu kämpfen, seine Vorgaben zu schaffen - es war absolut klasse. Als dann das Essen so zu Ende ging, wurde zwei von uns klar, dass mit Kugelstoßen kein Geld zu verdienen ist und sie haben sich sofort bei Uwe als Kellner anstellen lassen. Andy
und Dete haben ihren Job sehr gut gemacht und sollten das vielleicht auch weiter machen - da müssen wir uns nicht mit ihnen im Ring rumärgern...;-)
Das Rennen um die Hallen-EM-Plätze bleibt spannend (ich werde da auch noch ein Wörtchen mitreden) - die nächste Runde ist dann bei den LE-Athletics in Leipzig im Sonntag, da wir leider beim TEAG Indoor in Erfurt trotz fester Zusage mit einer schlechten Begründung wieder ausgeladen worden.
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